So verbessern Sie den Datenschutz Ihres Windows 10-PCs

Artikel | Veröffentlicht am 02.09.2015
So verbessern Sie den Datenschutz Ihres Windows 10-PCs

Windows 10 hat bereits für viele Schlagzeilen gesorgt - für gute und weniger gute. Zu den eher schlechten gehört die Kritik vieler Datenschützer, Microsoft greife mit dem neuen Betriebssystem zu viele Anwenderdaten ab. CTT Knowledge Base hat sich die Sammelwut aus Redmond genauer angesehen und zeigt, wie man die eigene Privatsphäre verbessern kann.

Mit Windows 10 will Microsoft nach eigenen Bekundungen den Betriebssystemmarkt aufmischen. Das zeigt sich vor allem an der scheinbar grenzenlosen Großzügigkeit, das neue Betriebssystem aus Redmond möglichst vielen Anwendern schenken zu wollen - und sei es auch nur für ein Jahr.

Und doch melden sich neben all den Jubelarien auch zahlreiche Kritiker zu Wort, die das Gebaren seitens Microsoft in Sachen Datenschutz für weniger witzig halten. So erachten Bürgerrechtsorganisationen wie European Digital Rights (EDR) die Datenschutzbestimmungen von Windows 10 für zu umfangreich und zu komplex. Denn alleine die neuen Bestimmungen umfassen 45 Seiten, mit denen man sich als Anwender theoretisch befassen müsste, bevor man der Datenschutzerklärung vor der Installation von Windows 10 zustimmt.

Cortana, Bing und Co. sammeln Daten - auch gegen Ihren Willen

Und Windows 10 bietet zahlreiche Möglichkeiten, um Daten effektiv und nachhaltig zu sammeln. Dabei sind zu nennen: die Microsoft-eigene Suchmaschine Bing, der Sprachassistent Cortana, der Cloud-Service Microsoft OneDrive, das Videokonferenzprogramm Skype und viele weitere Dienste und Anwendungen. Und sie alle zeichnen genau auf, was der Anwender den ganzen Tag macht. Beispiele gefällig?

Die Sprachassistenz Cortana arbeitet laut der US-Internetseite Ars Technica stets im Hintergrund, egal, ob man das in den Privateinstellungen angepasst hat oder nicht. Darüber hinaus versieht Cortana jeden Windows-10-Rechner mit einer eigenen Nummer (ID), die sich auch nach mehrmaligem Ein- und Ausschalten des Rechners nicht ändert. Damit kann Cortana den Sprachdatenfluss ohne Probleme jedem PC eindeutig zuweisen.

Darüber hinaus werden für eine möglichst reibungslose Funktion von Cortana Daten wie der aktuelle Standort und der Standortverlauf an Microsoft übermittelt, aber auch Kurzmitteilungen und E-Mails werden auf den Microsoft-Servern abgelegt und analysiert. Allerdings chiffriert, sodass die Inhalte laut Redmond nicht gelesen und verarbeitet werden können.

Nutzt man Windows 10 in Verbindung mit einem Microsoft-Konto, werden auch auf dieser Basis zahlreiche Daten automatisch an Microsoft-Server übermittelt. Dazu gehören die auf einem PC installierten Apps sowie deren Einstellungen, sämtliche Wörterbücher (also auch die selbst erstellten), der Web-Browser-Verlauf, WiFi-Netzwerknamen mitsamt den zugehörigen Kennwörtern und vieles mehr.

Express-Einstellungen bei der Installation geben viel von der eigenen Privatsphäre preis

Wer bei der Installation von Windows 10 aus Bequemlichkeitsgründen die von Microsoft vorgeschlagenen Express-Einstellungen übernimmt, öffnet dem Mitlesen von Daten seitens Redmond Tür und Tor. Daher sollte man sich genau überlegen, ob man diesen einfachen Weg geht oder doch lieber die Privateinstellungen selbst von Hand vornimmt.

Hierzu stellen wir exemplarisch folgende Datenschutzeinstellungen vor, die man innerhalb der Windows-10-Einstellungen ein- und ausschalten kann:

Mithilfe der Werbungs-ID will Microsoft dem Anwender personalisierte Werbung anzeigen. Wer das nicht möchte, sollte diese ID abschalten.

Mit dem SmartScreen Filter sollen bösartige Webseiten identifiziert werden, wozu die Internetadressen der besuchten Seiten an Microsoft übermittelt werden.

Mithilfe der Einstellungen "Position“ können Apps die geografische Lage des Windows-10-Geräts bestimmen. Das ist vor allem für die Nutzung von Cortana essentiell.

Unter "Kontoinformationen“ legt man fest, welche Apps in welchem Umfang auf die Daten des eigenen Microsoft-Kontos zugreifen dürfen.

Wer nicht möchte, dass Apps auch im Hintergrund Daten sammeln und an Microsoft unbemerkt verschicken können, sollte die Einstellung "Hintergrund" deaktivieren.

Aufgrund ihrer Komplexität haben das Sprachassistenz-Tool Cortana und der neue Webbrowser Microsoft Edge eigene Datenschutz-Unterpunkte spendiert bekommen. Diese sollte man genauestens inspizieren und dann überlegen, welche Einstellungen man lieber deaktivieren will.

Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang auch, dass Windows 10 seine Updates unter anderem nach einem Bit-Torrent-ähnlichen Prinzip verteilt. Das bedeutet, dass Benutzer unter den Standardeinstellungen Updates nicht nur herunter-, sondern auch hochladen, was unter anderem die Server von Microsoft entlastet. Aber auch diese Option lässt sich mit der Systemsteuerung anpassen, denn man kann auswählen, ob man das Feature ganz ausschalten oder nur im lokalen Netzwerk nutzen möchte.

Dazu passende Shop-Kategorien

Kommentare