Welches RAID-System ist das richtige für meine Zwecke?

Artikel | Veröffentlicht am 27.07.2015
Welches RAID-System ist das richtige für meine Zwecke?

Mithilfe eines RAID-Controllers lässt sich ein Festplatten- bzw. SSD-Speicherpool technisch so organisieren, um die bestmögliche Schreib/-Lese-Leistung oder die höchstmögliche Datensicherheit oder beides zu gewährleisten. Welche RAID-Komponenten hierfür infrage kommen, erläutert dieser Beitrag.

Die Auswahl am Markt verfügbarer RAID-Controller ist enorm. So gibt es Modelle mit internen und externen Anschlüssen, mit unterschiedlichen Prozessoren und internem Cache-Speicher, mit diversem RAID-Level-Support und anderen technischen Merkmalen. Daher lässt sich die Frage "Welcher RAID-Controller ist der richtige für mich?" nicht so einfach beantworten. Daher folgen in diesem Beitrag nützliche Tipps für Ihren nächsten RAID-Controller-Kauf.

Die erste Frage, die sich man bei der Anschaffung eines neuen RAID-Controllers stellen sollte, lautet: "Wie viele Speicherkomponenten sollen verwaltet werden?". Hiervon abgeleitet kommen vor allem die Controller mit der entsprechenden Zahl an maximalen Anschlüssen infrage. Dabei variieren die derzeit verfügbaren RAID-Steckkarten zwischen zwei und 28 Ports, die jeder für sich eine Festplatte bzw. SSD-Speicherkomponente ansteuern können.

Externe oder interne Speichermedien - das ist hier die Frage

Als nächstes sollte man sich klar machen, ob ausschließlich Festplatten oder SSDs eingesetzt werden, die im Rechner verbaut sind oder ob auch externe Speicherkomponenten in Betracht kommen. Gerade letztere bieten mehr Flexibilität, da sie sich schneller und einfacher bei Bedarf austauschen und anschließen lassen. Damit geht allerdings eine Reduktion der Lese-/Schreibleistung einher. Ein guter Kompromiss stellen in diesem Zusammenhang RAID-Controller dar, die sowohl mit internen als auch mit externen Anschlüssen ausgestattet sind. Damit hat man von Anfang an die freie Wahl und kann seinen RAID-Verbund so konfigurieren, wie es die Umstände erfordern.

Auf den richtigen RAID-Modus kommt es an

Ebenfalls wichtig bei der Wahl des richtigen RAID-Controllers ist die Frage nach den erforderlichen RAID-Modi, die die Komponente unterstützen soll. Zu den gängigen RAID-Modi zählen 0, 1, 5, 6 und 10. So steht RAID 0 für die maximale Performance, RAID 1 für die maximale Sicherheit, RAID 5 für die optimale Kombination von Geschwindigkeit und Datensicherheit, RAID 6 für noch höhere Sicherheit und RAID 10 für die optimale Kombination aus RAID 0 und 1. Allerdings erfordern RAID 5 mindestens drei und RAID 6 und 10 mindestens vier Festplatten bzw. SSDs.

Neben diesen bekannten RAID-Modi gibt es neuere Varianten, die vor allem für noch mehr Datensicherheit und höhere Geschwindigkeiten sorgen sollen. Dazu zählt beispielsweise RAID 5EE, das die Datensicherheit von RAID 5 bietet, aber außerdem durch die Verwendung eines zusätzlichen Laufwerks einen schnelleren Datendurchsatz erzielt.

Aber auch die RAID-Modi 50 und 60 setzen sich immer mehr durch. RAID 50 ist ein RAID 0-Verbund, der wiederum aus mehreren RAID-5-Verbünden besteht. Hierfür sind mindestens sechs Platten erforderlich. RAID-50-Arrays kommen vor allem bei Datenbanken zum Einsatz, die gleichzeitig hohen Schreibdurchsatz und hohe Datensicherheit bieten sollen. Bei RAID 60 werden analog zu RAID 50 mehrere RAID 6-Verbünde als RAID 0 zusammengefasst. Hierfür sind allerdings mindestens acht Speichermedien erforderlich.

Ein weiteres Kaufkriterium ist die Frage, ob ausschließlich SAS-Speichermedien oder eine Kombination aus SAS- und Serial-ATA-Platten/-SSDs zum Einsatz kommen sollen. Für die bestmögliche Flexibilität empfiehlt es sich, von Anfang an auf einen SAS-RAID-Controller zu setzen, da dieser beide Schnittstellen unterstützt.

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